Das Fahnungsfoto von Lars Mittank

Das mysteriöse Verschwinden von Lars Mittank

Wo ist Lars Mittank? Der 33 Jährige ist unter mysteriösen Umständen in seinem Urlaub in Bulgarien spurlos verschwunden. Die mysteriösen Umstände seines Verschwinden erläutern wir in unserem Artikel genauer.

Vorgeschichte und Verschwinden

Das Fahnungsfoto von Lars Mittank
Das Fahnungsfoto von Lars Mittank

Es sollte ein Spaßiger Urlaub in Warna (Bulgarien) werden. Am 30. Juni 2014 flog Lars Mittank mit zwei oder vier Freunden los, um einen einwöchigen Urlaub am Goldstrand zu verbringen. Die Freunde sagten später aus, Mittank habe während des gesamten Aufenthaltes auffallend wenig Nahrung zu sich genommen, ansonsten verlief der Urlaub bis zum vorletzten Tag ohne besondere Vorkommnisse.

Am 7. Juli 2014, dem geplanten Abreisetag, klagte Mittank über starke Ohrenschmerzen und suchte deshalb einen Arzt auf, der einen Trommelfellriss diagnostizierte. Der Arzt meinte, Mittank solle den Heimflug mit dieser Verletzung nicht antreten und stattdessen ein Krankenhaus aufsuchen. Seine Freunde flogen am gleichen Tag heim – ihr Angebot, einer von ihnen würde bei Mittank bleiben und ihn in das Krankenhaus begleiten, hatte er abgelehnt. Sie gingen zu diesem Zeitpunkt alle davon aus, Mittank würde im Krankenhaus stationär aufgenommen werden und die Nacht dort verbringen. Mittank fuhr mit dem Taxi in das Krankenhaus Warna, wo er von einem HNO-Facharzt untersucht wurde. Dieser bestätigte die Diagnose des Trommelfellrisses und empfahl Mittank eine Operation, welche dieser jedoch ablehnte. Daher verschrieb ihm der Arzt ein Antibiotikum mit dem Wirkstoff Cefprozil, um einer Infektion vorzubeugen. Zu einer stationären Aufnahme kam es nicht. Mittank besorgte sich das verschriebene Medikament in einer Apotheke und stieg in ein Taxi, um sich in ein preisgünstiges Hotel fahren zu lassen, wo er die Nacht verbringen wollte. Der Taxifahrer fuhr Mittank in das Hotel Color in Warna.

Was in der Nacht zum 8. Juli 2014 genau vorfiel, konnte bislang nicht ermittelt werden. Es kam zu mehreren merkwürdigen und besorgniserregenden Anrufen und SMS-Nachrichten Mittanks an seine Mutter in Deutschland. Er bat sie, seine Kreditkarte zu sperren, und meinte, mit dem Hotel würde etwas nicht stimmen, ohne nähere Angaben hierzu zu machen. Am 8. Juli 2014 gegen 3:00 Uhr verließ er das Hotel und rief abermals seine Mutter an, der er erzählte, er werde von vier Männern verfolgt und habe sich versteckt. Kurz darauf schrieb er seiner Mutter eine SMS, in der er sie fragte, was Cefzil 500 (das Medikament, das ihm im Krankenhaus verschrieben wurde, Anm.) sei.

Gegen 5:00 Uhr wurde ein Taxifahrer, der eine Sozialarbeiterin als Fahrgast beförderte, auf Mittank aufmerksam. Er soll den Aussagen beider Zeugen zufolge heftig winkend am Straßenrand gestanden haben, weshalb der Taxilenker Mittank aufnahm und ihn auf seinen Wunsch zum Flughafen Warna fuhr, wo sie gegen 6:00 Uhr am Morgen des 8. Juli 2014 ankamen. Von dort rief Mittank abermals seine Mutter an und erzählte ihr erleichtert, dass er am Flughafen angekommen sei. Sie empfahl ihm, den Flughafenarzt aufzusuchen und sich von diesem nochmals untersuchen zu lassen, um festzustellen, ob er den Heimflug trotz seiner Verletzung antreten könnte. Währenddessen buchte seine Mutter von Deutschland aus sicherheitshalber sowohl ein Flug- als auch ein Busticket für ihren Sohn, sodass er, auch falls er aufgrund seiner Verletzung nicht fliegen dürfte, in jedem Fall die Heimreise antreten könnte. Mittank bat seine Mutter außerdem, ihm per Western Union 500 Euro zu überweisen, der Betrag wurde jedoch nie abgehoben. Noch vor dem Arztbesuch kam es zu einem weiteren Anruf, bei dem Mittank zu seiner Mutter sagte, sie ließen ihn weder fahren noch fliegen, wobei er jedoch auch diesmal keine konkreteren Angaben zu diesen Umständen machte. Da der Anruf noch vor dem Arztbesuch erfolgte, ist insbesondere fraglich, wer Mittank die Heimreise untersagt haben soll.

Die Überwachungskameras am Flughafen zeichneten die Bewegungen Mittanks auf, wobei bis zu diesem Zeitpunkt nichts Ungewöhnliches festzustellen war, Mittank schien sich ruhig und unauffällig zu verhalten.

Gegen 9:00 Uhr suchte Mittank den Flughafenarzt auf, um sich untersuchen zu lassen. Während des Gespräches mit dem Arzt betrat eine Person – nach Angaben des Arztes ein ihm nicht näher bekannter Arbeiter des Flughafens – kurz das Sprechzimmer. Wer dieser Mann war, konnte bis heute nicht ermittelt werden. Mittank sprang daraufhin auf und verließ fluchtartig den Raum. Sein gesamtes Gepäck mitsamt Handy, Brieftasche und Reisepass ließ er zurück. Die Überwachungskameras zeichneten auf, wie Mittank offensichtlich in Panik aus dem Flughafengebäude lief und das gesamte Flughafengelände überquerte, wo er laut Zeugenaussagen den hohen Außenzaun des Flughafens überkletterte. Auf den Aufzeichnungen der Kameras war keine Person zu erkennen, die Mittank verfolgt hätte. Hinter dem Zaun befand sich zum damaligen Zeitpunkt ein Sonnenblumenfeld mit rund zwei Meter hohen Pflanzen sowie nicht weit dahinter eine Autobahn. Seither fehlt von Lars Mittank jede Spur.

Das Flughafen-Video

Anmerkung des Autors: Ich habe bewusst den Fall in die Kategorie Kriminalfälle eingeordnert, da es sich hierbei vermutlich wirklich um einen handelt und nicht um ein mysteriöses Ereignis!

Quellen

Bildquellen

  • Mittank_Portrait: BKA