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Bild des unbekannten Toten , der am Morgen des 1. Dezember 1948 am Somerton Beach in Adelaide gefunden wurde.

Am 1. Dezember 1948 starb in Adelaide, South Australia in Australien, ein Mann an einem Unbekannten Gift. Wer die Person ist, noch wer Ihn umbrachte ist bis heute nicht geklärt. Der Fall ist als Tamam-Shud-Fall oder Somerton-Fall bekannt.

Bild des unbekannten Toten , der am Morgen des 1. Dezember 1948 am Somerton Beach in Adelaide gefunden wurde.
Bild des unbekannten Toten , der am Morgen des 1. Dezember 1948 am Somerton Beach in Adelaide gefunden wurde.

Die Leiche des Mannes wurde gegen halb sieben am Morgen des 1. Dezember von einem Passanten namens Loyd gefunden. Der sagte aus, er habe den Mann bereits am Abend zuvor gegen 19:00 Uhr am Strand gesehen. Es habe so ausgesehen, als würde er rauchen. Ein Paar passierte die Stelle zwischen 19:30 und 20:00 Uhr. Es hatte für die beiden den Anschein, als liege der Mann betrunken am Strand und schlafe. Die junge Frau vermutete scherzhaft, vielleicht sei er auch tot. Aus Rücksicht ging sie jedoch nicht näher heran.

Die Obduktion ergab, dass der Mann am Somerton Beach vermutlich am 1. Dezember 1948 gegen 2 Uhr früh starb. In seinem Magen wurden die Überreste einer Pastete gefunden, eines australischen bzw. englischen Meat Pie. Der Tote wies keine äußeren Verletzungen auf. Diverse auffällige, organische Befunde deuteten hingegen auf einen Tod durch Vergiftung hin, wie sie etwa von Barbituraten hervorgerufen werden kann. Die Pastete schien als Träger der Substanz jedoch auszuscheiden, Spuren eines Eindringens auf anderem Wege fanden sich nicht. Dem Pathologen, John Dwyer, einem erfahrenen Wissenschaftler, war es unmöglich, ein Gift nachzuweisen, dennoch hielt er einen unnatürlichen Tod in seinem abschließenden Bericht für wahrscheinlich. Pathologen, die sich Jahrzehnte später mit den Autopsiebefunden befassten, hielten eine Digoxin-Vergiftung für eine mögliche Ursache.

Am 10. Dezember wurde die Leiche des Mannes, wie zu dieser Zeit üblich, mit Formaldehyd einbalsamiert. Sie wurde schließlich am 14. Juni 1949 in Adelaide auf dem West-Terrace-Friedhof begraben.

Mysteriöse Schriftzeichen

Nach einer weiteren Untersuchung im April 1949 fand man in einer zusätzlichen Hosentasche der Leiche ein zusammengeknüllter Ausriss eines Buches. Darauf stand das Wort  Tamam Shud  welches ein persischer Ausdruck, der sich sinngemäß mit beendet oder das Ende übersetzen lässt. Schnell konnte man ausfindig machen, um welches Buch es sich handelte, es war Rubaiyat, ein Gedichtband des persischen Lyrikers Omar Chayyām.

Auf der Rückseite des Bucheinbands fanden sich handschriftlich eingetragene Buchstaben, die den Eindruck eines verschlüsselten Codes machen:

W (oder M) RGOABABD
MLIAOI
W (oder M) TBIMPANETP
MLIABO AIAQC
I (oder V) TTMTSAMSTGAB

Bis heute konnten die Buchstabenreihen nicht entschlüsselt werden.

Zudem fand man in dem Buch eine Telefonnummer einer Krankenschwester, die behauptete den Toten nicht zu kennen. Sie wohnte nur 400 Meter vom Fundort der Leiche entfernt. Angesprochen auf den Buchtitel gab sie zu Protokoll, dass sie früher einen solchen Gedichtband besessen, ihn jedoch während des Zweiten Weltkriegs einem Offizier der australischen Armee, der in einem Krankenhaus in Sydney behandelt worden war, geschenkt habe. Da sich der Offizier zunächst nicht auffinden ließ, vermutete die Polizei, dass es sich um den Toten handeln müsse, obwohl die Frau ihn aus ihrer Erinnerung heraus nicht identifizieren konnte. Einige Zeit später tauchte er jedoch auf, auch das Exemplar des Gedichtbandes, das die Frau ihm seinerzeit schenkte, besaß er noch. Auch der Offizier gab an, nichts über den Unbekannten zu wissen.

Verschwörungstheorien

Theorien zufolge soll es sich bei der Krankenschwester und den ehemaligen Offizier Geheimagenten handeln. Auch die ausbleibenden konkrete Hinweise führten zu bis heute anhaltenden Spekulationen über die Herkunft des Toten und seine Todesursache.

Quellen:

  • Foto: South Australian Major Crime Task Force, via Commons
  • Ruth Balint, „Der Somerton Man: Eine dokumentarische Fiktion in drei Dimensionen“, in   Goofy History: Fehler machen Geschichte, Seite 264–279
  • Michael Newton, „The Encyclopedia of Unsolved Crimes“
  • Klaus Schmeh: Wird ein unbekannter Toter nach über 70 Jahren identifiziert?, TELEPOLIS, 20. Mai 2012.

Bildquellen

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