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Die "Weiße Frau" am Totenbett

Weiße Frau

Als „Weiße Frau“ werden weibliche Geistererscheinungen beschreiben. Oft treten diese in Schlössern und Burgen auf, aber auch in Kapellen und Tunneln.

Die ältesten Berichte über die Erscheinung stammen aus dem 15. Jahrhundert, die größte Verbreitung fand der Glaube an den Geist im 17. Jahrhundert. Obwohl Ähnlichkeiten zu anderen weiblichen Geistern des europäischen Volksglaubens – zum Beispiel der irischen und keltischen Banshee – bestehen, ist die weiße Frau ein Phänomen, das erst in der hochadligen Kultur der Frühen Neuzeit entstand und typisch für diese war.

Oft wird die Weiße Frau auch als „Phantom-Anhalterin“ beschreiben. Ein Beispiel dazu sind Gerüchte und Videos über die urbane Legende der Weißen Frau im Ebersberger Forst bei München, die angeblich in der Nähe der Hubertuskapelle als Anhalterin auftaucht. Typisch sind in diesem Zusammenhang heutige Legenden von der „Phantom-Anhalterin“: Eine zunächst ganz normal erscheinende Autostopperin wird mitgenommen, verhält sich auffällig oder unauffällig und verschwindet während der Fahrt spurlos. Bekanntestes Beispiel ist die Weiße Frau vom Belchentunnel (im südlichen Baselbiet) aus den 1980er Jahren

Bekannte Geistererscheinungen in Deutschland

Auf dem Gothaer Schloss Friedenstein soll jedes Mal, wenn dem Herzogshaus ein Unglück oder ein Todesfall bevorstand, der Geist der verstorbenen Herzogin Dorothea Maria von Anhalt (Mutter des Schlosserbauers Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg) aus der Gruft unter der Schlosskirche emporgestiegen und nächtens wehklagend durch die Räume der Residenz gewandelt sein. Dabei konnte sie jedoch nur von denjenigen gesehen werden, die das kommende Unglück direkt betraf.

Im Schloss Stettin will man die Erscheinung der 1620 als Hexe hingerichteten Jungfrau Sidonia von Borcke aus dem Fräuleinstift Marienfließ gesehen haben.

Die bekannteste Sage über die Weiße Frau hat ihren Ursprung auf der Plassenburg ob Kulmbach und ist mit der Familie Hohenzollern verknüpft. Burgherrin Kunigunde, Witwe des Grafen Otto von Orlamünde, hatte sich in Albrecht den Schönen, Sohn des Nürnberger Burggrafen Friedrich IV., verliebt. Dieser ließ verbreiten, er würde sie heiraten, wenn nicht vier Augen im Wege stünden. Damit waren seine Eltern gemeint, die eine solche Verbindung ablehnten. Kunigunde missverstand jedoch die Nachricht und bezog sie auf ihre zwei Kinder, ein Mädchen von zwei und einen Jungen von drei Jahren. Sie stach den Kindern mit einer Nadel in den Kopf und tötete sie.

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