Das "Codex Gigas" mit dem Bild des Teufels

Die Teufelsbibel: Codex Gigas

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Das as "Codex Gigas" mit dem Bild des Teufels | Foto: Michal Maňas
Das „Codex Gigas“ mit dem Bild des Teufels | Foto: Michal Maňas

Bei dem Codex Gigas handelt es sich um eins der größten handschriftlich geschrieben Büchern der Welt. Es ist auch als Teufelsbibel bekannt. Forscher schätzen, dass das Buch etwa im frühen 13. Jahrhundert in einem Benediktinerkloster in Böhmen (heutiges Tschechien) geschrieben wurde. Schriftproben ergaben, dass nur eine Person dieses Buch schrieb. Der Urheber ist unbekannt.

Die Höhe des Buches beträgt 92 Zentimenter, 50 Zentimeter die Breite und die Dicke 22 Zentimeter. Der Kodex ist in einem hölzernen umschlag mit Lederbezug und Ornamente aus Metall gebunden und wiegt 75 Kilogramm. Geschrieben wurde es auf Pergamentpapier – zwei Seiten sind Papierblätter. Acht Blätter aus dem Buch fehlen. Es wird vermutet, dass auf den Fehlenden Seiten die Disziplinregeln der Benediktaner niedergeschrieben wurde.

Etwa die Hälfte des Kodex nimmt die Abschrift der kompletten Bibel ein. Auch enthält das Buch einen Kalender, eine Liste der Brüder des Klosters, Wunder und andere lokale Aufzeichnungen. Eine Seite des Buches zeigt ein berümtes Gemälde des Teufels, das etwa 50 Zentimeter hoch ist. Auf einigen Seiten davor und danach ist der Text zweispaltig auf dunklem Hintergrund in heller Schrift aufgeführt, was sie vom Rest des Buches unterscheidet.

Die Legende des Codex Gigas

Nach einer Legende, die im Kern schon in einem Katalogeintrag aus dem Jahr 1635 erkennbar wird, wurde der Kodex von einem Mönch geschrieben, der die Disziplinregeln gebrochen haben und deshalb verurteilt worden sein soll, lebendig eingemauert zu werden. Damit ihm diese harte Strafe erlassen werde, versprach er, zur Lobpreisung des Klosters in einer einzigen Nacht ein Buch zu schreiben, welches das gesamte menschliche Wissen enthalten sollte. Nahe Mitternacht erkannte er, dass er diese Aufgabe nicht allein erledigen konnte und verkaufte dem Teufel seine Seele. Der Teufel vervollständigte das Manuskript, und der Mönch fügte das Bild des Teufels hinzu, um so auf den wahren Autor hinzuweisen.

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